Aushändigung von Bundesverdienstkreuzen am Bande

Am Donnerstag, den 20. März 2025, wurde im Sozialministerium in München im Rahmen einer Feierstunde das Bundesverdienstkreuz am Bande an Albert Kehrer, Vorstand von PROUT AT WORK, übergeben. Albert Kehrer wird für sein langjähriges und unermüdliches Engagement für queere Vielfalt und Chancengleichheit in der Arbeitswelt ausgezeichnet.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Dieses wird an in- und ausländische Bürger_innen für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, zum Beispiel Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. 

Diese Auszeichnung ist eine große Ehre – nicht nur für mich persönlich und für die Stiftung PROUT AT WORK, sondern für alle, die sich für queere Vielfalt und Chancengleichheit in der Arbeitswelt einsetzen. Sie zeigt, dass das Engagement und die Arbeit von PROUT AT WORK gesehen und wertgeschätzt werden. Vielfalt ist kein Randthema, sondern eine Stärke unserer Gesellschaft – und ich werde mich als Vorstand von PROUT AT WORK weiterhin mit voller Überzeugung für eine offene und diskriminierungsfreie Arbeitswelt einsetzen“, so Kehrer.

Zum Werdegang und Engagement von Albert Kehrer

Albert Kehrer hat bereits 2003 das „LGBTIQ-Mitarbeitenden-Netzwerk“ bei IBM gegründet und einige Jahre geleitet. Dieses Netzwerk dient als Anlaufstelle für queere Mitarbeitende und deren Unterstützer_innen, bietet vertrauliche Unterstützung und sensibilisiert Führungskräfte für Diversity-Themen. Sein Engagement förderte die Sichtbarkeit und Akzeptanz von Vielfalt in der Wirtschaft und Gesellschaft.

Später arbeitet er bei KPMG als Head of Diversity & Inclusion für Deutschland, wo er Programme für alle Diversity-Dimensionen umsetzte. Seit 2010 ist Albert Kehrer als selbstständiger Diversity-Experte, Coach und Berater tätig, mit einem Fokus auf Führungskräfte. Er ist bei verschiedenen Organisationen als Experte gelistet und hat kontinuierlich die Themen Vielfalt und Queer Diversity in der Arbeitswelt vorangetrieben.

Albert Kehrer war zudem ehrenamtlich aktiv: Er war Vorstand vom „Völklinger Kreis e.V.“, dem Bundesverband schwuler Führungskräfte, und gründete 2006 gemeinsam mit Jean-Luc Vey eine Initiative für queere Mitarbeitendennetzwerke. Diese Initiative führte 2013 zur Gründung von PROUT AT WORK.

Porträt Antonia Wadé

„Durch sein langjähriges Engagement hat Albert einen wertvollen Beitrag zur Gründung und Weiterentwicklung von queeren Netzwerken in Unternehmen geleistet. Die Auszeichnung ist ein starkes und wichtiges Signal, dass Diversity und Inclusion auch am Arbeitsplatz gesehen und gefördert werden muss.“ – Dr. Antonia Wadé, Vorsitzende des Stiftungsbeirats von PROUT AT WORK

Impressionen von der Verleihung

Copyright: StMAS/Schäffler

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Nachdem der Rainbow-Day 2023 erstmals an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main stattfand, machte die queere Karriere- und Kontaktmesse auch 2024 in einigen Städten halt – darunter auch in München und Frankfurt am Main. Auch PROUT AT WORK war im Rahmen einer Partnerschaft vor Ort und referierte in einem Vortrag über Queer Diversity am Arbeitsplatz.

Die Karriere- und Kontaktmesse für queere Studierende und Jobsuchende bietet einen unmittelbaren Austausch und Vernetzung zwischen Unternehmen und potenziellen Bewerber_innen, für die queere Vielfalt im Unternehmen besonders wichtig ist. Dabei können sie die eigenen Karrierechancen ausloten und erfahren, welche Maßnahmen die Unternehmen umsetzen, um queere Vielfalt am Arbeitsplatz aktiv zu fördern.

Zahlreiche Unternehmen nutzten bei den Rainbow-Days die Gelegenheit, als queerfreundliche_r Arbeitgeber_in präsent zu sein und mit den queeren Talenten in Kontakt zu treten – darunter auch einige unserer PROUT EMPLOYER, wie zum Beispiel BMW, Freshfields, Hays, Infineon und Roland Berger.

PROUT AT WORK war sowohl am 6. Februar 2024 in München als auch am 18. Juli 2024 in Frankfurt am Main in Form eines Infostandes auf den Rainbow-Days vertreten und lieferte einen inhaltlichen Input auf der Bühne.

Junge Queers im Job

Am Stand von PROUT AT WORK konnten sich sowohl interessierte Unternehmen als auch Jobsuchende über das Thema Queer Diversity am Arbeitsplatz informieren und mit der Stiftung in Kontakt treten. Enea Cocco, Referent und Project Lead Pride Day Germany bei PROUT AT WORK, referierte in einem Vortrag auf der Bühne über Queer Diversity und Coming Out am Arbeitsplatz und lieferte dabei zahlreiche Business Cases und Statistiken sowie Argumente dafür, weshalb Arbeitgeber_innen Sorge dafür tragen, dass queere Menschen ein Umfeld vorfinden, in dem ein Coming Out möglich ist. In einem Panel zum Thema „Junge Queers im Job“ betrachteten die Teilnehmer_innen das Zukunftsthema aus unterschiedlichen Perspektiven und identifizierten individuelle Barrieren und Hindernisse.

Bei vielen Berufsanfänger_innen besteht die Gefahr, dass sie sich entgegen ihrer Offenheit zu Studienzeiten dazu entscheiden, erst einmal doch kein Coming Out am Arbeitsplatz zu wagen. Queere Karrieremessen wie der Rainbow-Day zeigen Studierenden auf, dass sie auch im Job offen mit ihrer sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität umgehen und Unternehmen von Vielfalt profitieren können.

PROUT AT WORK plant auch im kommenden Jahr an den Rainbow-Days teilzunehmen, insbesondere am 31. Januar 2025 in München und am 1. Juli 2025 in Frankfurt am Main, um sichtbare Anlaufstelle für Queer Diversity am Arbeitsplatz sowohl für Unternehmen als auch für Studierende zu sein. Wir freuen uns, viele von Euch dort zu sehen!

Impressionen München

Impressionen Frankfurt am Main

Auf der Online-Konferenz „Trans* und Arbeitsmarkt“ des Bundesverband Trans* (BVT*) war PROUT AT WORK mit einer Keynote und einer Arbeitswerkstatt vertreten. Zudem luden PROUT AT WORK und die Deutsche Gesellschaft für Trans*- und Intergeschlechtlichkeit e.V. (dgti) zu einer ganztägigen Konferenz nach Frankfurt am Main ein. Unter dem Motto „Trans* am Arbeitsplatz“ kamen Fachleute, Unternehmensvertreter_innen und Aktivist_innen zusammen, um das Bewusstsein für geschlechtliche Vielfalt zu fördern und Strategien für eine inklusive Unternehmenskultur zu entwickeln.

Warum geschlechtliche Vielfalt am Arbeitsplatz wichtig ist

Trans* Menschen sind nach wie vor überproportional von Diskriminierung betroffen. Laut der Studie „Out im Office?!“ haben 87 % der trans* Befragten Diskriminierung am Arbeitsplatz erlebt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Unternehmen stärker für die Herausforderungen und Bedürfnisse der trans* Community zu sensibilisieren.

Online-Konferenz: Trans* und Arbeitsmarkt

Am 29. Februar 2024 fand die Online-Konferenz „Trans* und Arbeitsmarkt“ des Bundesverband Trans* (BVT*) statt. Viele trans* und nicht-binäre Personen scheuen ein Coming Out am Arbeitsplatz. Sie befürchten einen Karriereknick und Diskriminierung. Folglich widmete sich die diesjährige Tagung des Bundesverband Trans* e.V. der Gestaltung und Handhabung von Coming-Out-Prozessen: 

  • Wie können Unternehmen trans* und nicht-binäre Personen bei einem Coming Out am Arbeitsplatz unterstützen und damit wichtige Fachkräfte an sich binden?
  • Wie können bereits vor einem Coming Out Rahmenbedingungen geschaffen werden, die trans* und nicht-binären Personen ein Coming Out erleichtern?

PROUT AT WORK gestaltete auf der Online-Konferenz eine Keynote zum Thema „Trans* Coming Out – Vorteile einer verantwortungsbewussten Begleitung im Unternehmenskontext“ sowie eine Arbeitswerkstatt zum Thema „Coming Out am Arbeitsplatz gestalten – Tipps und Tools, um Arbeitnehmer_innen gut zu begleiten“.

dgti und PROUT AT WORK: Trans* am Arbeitsplatz

Um die geschlechtliche Vielfalt am Arbeitsplatz zu fördern, organisierten dgti und PROUT AT WORK gemeinsam – mit Unterstützung der Management- und Technologieberatung Campana & Schott, der Commerzbank, der Bank KfW, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH sowie des Amts für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) – am 26. November 2024 eine ganztägige Konferenz in Frankfurt am Main zum Thema „Trans* am Arbeitsplatz“. Die Veranstaltung richtete sich vor allem an Mitarbeitende und Führungskräfte aus dem Personalmanagement und Recruiting sowie an Diversity- und Gleichstellungsbeauftragte.

Dr. Christophe Campana, Gründer von Campana & Schott, betonte: „Gerade hier und jetzt ist unternehmerische Verantwortung entscheidend, um den Arbeitsplatz zu einem sicheren Ort für alle zu machen.

Vorstellung der Studie „TIN*klusiv im Office?!“

Dipl.-Psych. Prof. Dr. Dominic Frohn und M. Sc. Nain Heiligers präsentierten die Ergebnisse der neuen Studie „TINklusiv im Office?!“. Diese beleuchtet die Situation von trans*, inter* und nicht-binären Menschen (TIN*) am Arbeitsplatz:

  • Mehr als die Hälfte der TIN*-Beschäftigten vermeidet ein Coming Out gegenüber Kolleg_innen oder Führungskräften.
  • 12,6 % der Befragten haben keine Diskriminierung erlebt, während über ein Drittel ein hohes bis sehr hohes Maß an Diskriminierung erfährt.
  • Zwei Drittel berichten von spezifischer Diskriminierung aufgrund ihrer Identität.
Best Practices und Workshops

Teilnehmende hatten die Möglichkeit, an drei praxisorientierten Workshops teilzunehmen:

  • Transition im Unternehmen und Selbstbestimmungsgesetz
  • Sichere Räume schaffen und erhalten – Unternehmen als Safer Space
  • Nicht-Binarität und inklusive Sprache

Die Veranstaltung bot auch Raum für den Austausch von Best Practices. Unternehmen wie Campana & Schott betonten ihre Überzeugung, dass Vielfalt ein zentraler Erfolgsfaktor ist. Alexander von Steinbüchel, Partner bei Campana & Schott, sagte: „Unser Anliegen ist es, dass sich bei Campana & Schott alle Menschen aufgehoben, wohl und sicher fühlen können.

Fazit: Ein Weg zu mehr Akzeptanz und Chancengleichheit

„Geschlechtliche Vielfalt ist eine Bereicherung für Unternehmen. Wenn Mitarbeitende ihr volles Potenzial auf der Arbeit aufbringen können, profitieren wir alle davon.“ – Jo Labecka, Customer Relationship Manager, PROUT AT WORK

Die Konferenz „Trans* am Arbeitsplatz“ hat deutlich gemacht, wie wichtig ein sicherer und unterstützender Arbeitsraum für trans* Personen ist. Durch den Austausch von Wissen, die Vorstellung neuer Studien und praxisorientierte Workshops wurde ein bedeutender Schritt in Richtung einer inklusiveren Arbeitswelt gemacht.

Impressionen von der Veranstaltung

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BIG IMPACT INITIATIVE AWARD:
rewe group dito

In diesem Jahr erhält das Netzwerk REWE Group DITO den Award in der Kategorie BIG IMPACT INITIATIVE. Das Netzwerk hat mit ihrem Netzwerkpaten und CEO Lionel Souque eine übergreifende Online-Schulung zum Thema „Queer Diversity“ angeregt und intern umgesetzt. Dabei lag der Fokus unter anderem auf dem Umgang mit geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung am Arbeitsplatz. Die Schulung ist auf unbestimmte Zeit im Lernkatalog für alle Mitarbeiter_innen verfügbar und damit nachhaltig und langfristig im Konzern verankert. Neben Queer Diversity und Inclusion sind zukünftig weitere Schulungen zu anderen Vielfaltsdimensionen geplant.

RISING STAR AWARD:
proud – novelis

Dem Netzwerk PROUD von Novelis wird in diesem Jahr der RISING STAR Award verliehen. Das Netzwerk wurde 2022 in Europa gegründet und wird seit dem letzten Jahr von 15 Allies in den europäischen Werken unterstützt. Neben ersten Veranstaltungen, wie der Teilnahme an drei Pride-Events im Jahr 2023, hat das Netzwerk im zweiten Jahr begonnen, gezielt in den Werken von Novelis aktiv zu werden. Das Netzwerk in Europa hat die Regionen Nord- und Südamerika dazu inspiriert und motiviert, ebenfalls ein LGBT*IQ-Netzwerk zu gründen. PROUD wird in Europa von einem Kernteam bestehend aus vier Personen organisiert und vom Sponsor – dem Vice President HR von Novelis Europe – unterstützt.

GLOBAL LEADER NETWORK AWARD:
equal at mckinsey
Logo Equal at McKinsey

Mit dem GLOBAL LEADER NETWORK Award wird das Netzwerk Equal at McKinsey ausgezeichnet, welches nächstes Jahr sein 30. Jubiläum feiert und in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Weltweit gibt es mehr als 14.000 Inclusion Allies, die sich für die Förderung queerer Themen im Unternehmen einsetzen. McKinsey verfolgt eine globale Strategie zur aktiven Förderung des Netzwerks in allen Büros rund um den Globus. Das Unternehmen hat geoutete queere Führungskräfte in Büros auf der ganzen Welt, darunter China, Chile, Frankreich, Deutschland, Polen, Singapur, USA, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden und Südafrika. Diese agieren im Unternehmen als Role Models und tragen ihren Teil zu mehr Sichtbarkeit von queeren Menschen und Inhalten im Unternehmen bei.

sustainability AWARD:
arco von
der commerzbank

ARCO, das Pride Netzwerk der Commerzbank, wird mit dem SUSTAINABILITY Award der PROUT AT WORK-Foundation ausgezeichnet. Bereits seit über 20 Jahren setzt sich das Beschäftigten-Netzwerk dafür ein, Vorurteile abzubauen und die gegenseitige Akzeptanz auf allen Ebenen im Unternehmen zu fördern. Mit regelmäßigen Veranstaltungen und Veröffentlichungen sensibilisiert ARCO für queere Themen und schafft somit ein Arbeitsumfeld, in dem alle Mitarbeitenden so sein können, wie sie sind. Ein Executive Ally Programm bindet Führungskräfte in allen Segmenten als Unterstützende für queere Personen ein. Auch vom Vorstand wird das Netzwerk, das kontinuierlich ausgebaut wird, seit seiner Gründung 2002 begleitet. Damit kommt ARCO eine Vorreiterrolle für queere Mitarbeitenden-Netzwerke in Deutschland zu.

sonderpreis:
#outinchurch e.V.

Einen Sonderpreis erhält in diesem Jahr #OutInChurch e.V. Die Kampagne – initiiert durch hauptamtliche, ehrenamtliche, potenzielle und ehemalige Mitarbeiter_innen der römisch-katholischen Kirche – wurde im Januar 2022 angestoßen und trägt bis heute dazu bei, queere Menschen in der Kirche sichtbar zu machen und deren Anliegen eine Stimme zu geben. Strategisches Ziel von #OutInChurch war das Offenlegen von Missständen in der katholischen Kirche und das Anstoßen notwendiger Reformen, die die katholische Kirche zu einem diskriminierungsfreien Ort machen. Nebenbedingung dafür war der Schutz des Einzelnen durch Herstellen von Öffentlichkeit. Dies gelang: Aufgrund der relativ hohen Zahl der Mitwirkenden sind dienstrechtliche Konsequenzen bislang ausgeblieben. Das katholische Arbeitsrecht wurde im Herbst 2022 geändert, so dass eine queere Identität und ein queeres Beziehungsleben keine Kündigungsgründe mehr sind. Der aus vielen anderen Gründen ohnehin schon starke öffentliche Druck auf die katholische Kirche wurde nochmals erhöht und forderte deren Vertreter implizit auf, sich zu positionieren.

Am 17. Oktober 2024 setzte die PROUT AT WORK-Foundation ein starkes Zeichen für queere Vielfalt am Arbeitsplatz in Österreich: Gemeinsam mit der globalen Kanzlei Freshfields fand in Wien die Kick-off-Veranstaltung statt, die den Beginn der Aktivitäten der Stiftung in Österreich markiert.

PROUT AT WORK, die seit Jahren erfolgreich in Deutschland und Frankreich tätig ist, erweitert damit ihren Arbeitsradius auf Österreich, um auch dort Unternehmen bei der Förderung von Chancengleichheit und Sichtbarkeit für queere Themen zu unterstützen.

Warum Queer Diversity auch in Österreich wichtig ist

20% der queeren Menschen in Österreich erleben Diskriminierung am Arbeitsplatz (Quelle: EU LGBT II Survey, 2020). Diese Zahl verdeutlicht, wie wichtig die Förderung von Vielfalt in der Arbeitswelt ist. Unternehmen profitieren durch Diversity-Maßnahmen nicht nur von einem wertschätzenden Arbeitsumfeld, sondern können auch das volle Potenzial an Talenten ausschöpfen.

Albert Kehrer, Vorstand von PROUT AT WORK, betonte: „Nur wenn Unternehmen Sichtbarkeit für queere Themen zeigen, können sie ein wertschätzendes Umfeld für queere Mitarbeiter_innen schaffen und so den Pool an Bewerber_innen erweitern.

Highlights der Kick-off-Veranstaltung

Rund 40 Teilnehmer_innen aus Wirtschaft, Bildung, Gesundheitswesen und öffentlicher Hand kamen im Wiener Büro von Freshfields zusammen. PROUT AT WORK zeigte sich erfreut über die positiven Reaktionen der Unternehmen in Österreich.

In ihrer inspirierenden Keynote erläuterte Dr. Antonia Wadé, wie Unternehmen Queer Diversity in drei Schritten sichtbar machen können. Antonia ist seit 2000 in verschiedenen Funktionen bei der AUDI AG tätig – seit 2017 im Bereich Diversity & Inclusion. Sie teilte ihre persönlichen Erfahrungen und sprach über die Gründung des Netzwerks queer@audi.

In interaktiven Formaten setzten sich die Teilnehmer_innen mit der aktuellen Lage queerer Menschen am Arbeitsplatz auseinander. Sie tauschten Best Practices aus und diskutierten zukünftige DEIB-Maßnahmen.

„Wir möchten als Kanzlei aktiv zur Förderung von queerer Vielfalt in Österreich beitragen. Unser globales LGBTQ+ Netzwerk, das auch hierzulande wächst, ist ein lebendiger Beweis dafür, wie wir unsere Werte in die Tat umsetzen. Durch Schulungen, Vertrauenspersonen und Pro-Bono Arbeit schaffen wir ein Umfeld, in dem sich alle Kolleg_innen wohlfühlen und entfalten können. Gemeinsam mit PROUT AT WORK und anderen Unternehmen möchten wir diese positive Entwicklung weiter vorantreiben und Österreich zu einem noch vielfältigeren und inklusiveren Ort machen.“ – Florian Klimscha, HR-Partner bei Freshfields

Blick in die Zukunft: Mehr Sichtbarkeit und Engagement

In den nächsten Jahren plant PROUT AT WORK eine enge Zusammenarbeit mit den Unternehmen in Österreich. Ziel ist es, queere Netzwerke zu stärken, den Austausch zu fördern und Unternehmen bei ihrer Transformation zu begleiten. Die Kick-off-Veranstaltung in Wien war ein voller Erfolg und hat den Grundstein für mehr Queer Diversity in der österreichischen Arbeitswelt gelegt. Unternehmen, die sich aktiv für Vielfalt einsetzen, profitieren von einem offenen, innovativen und inklusiven Arbeitsumfeld – ein Gewinn für Mitarbeiter_innen und Arbeitgeber_innen gleichermaßen.

Impressionen von der Veranstaltung

Copyright Fotos: Martina Draper – SinnBild

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Im Gespräch mit… Leon Wiersch, Detlev Blenk und
Christian Lemkens

PROUT AMPLIFIER

Im Zuge unseres PROUT AMPLIFIER Projekts sprechen wir nicht nur mit ausgezeichneten PROUT PERFORMERN, sondern auch mit engagierten Personen, die noch nicht so viel Gehör finden, aber mindestens genauso wichtige Arbeit für Queer Diversity im Unternehmen leisten. Detlev Blenk, Equality, Diversity und Inclusion Manager bei IKEA, stellt uns seine Kolleg_innen Christian Lemkens und Leon Wiersch vor, die insbesondere in ihren Aufgabenfeldern beispielhafte Arbeit für queere Vielfalt und Chancengleichheit am Arbeitsplatz leisten. Gemeinsam mit ihnen haben wir über ihr Engagement bei IKEA und ihre Motivation dahinter gesprochen.

Welchen Stellenwert haben Vielfalt und Queerfreundlichkeit in
Eurem Unternehmen?

 

Detlev: Der Einzelhandel generell beschäftigt überdurchschnittlich viele queere Menschen, das ist bei IKEA ganz genauso. Aufgrund von globalen Erhebungen gehen wir von 10 bis 13% aus. Schon allein diese große Zahl setzt einen besonderen Fokus auf unsere Vielfalts- und Inklusionsaktivitäten. Unser Credo: Alle Menschen sollen bei IKEA so sein dürfen, wie sie sind – unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht, sexueller oder geschlechtlicher Identität und körperlichen bzw. geistigen Möglichkeiten.

Welche Werte prägen Euren Arbeitsalltag und wie werden diese
gelebt?

 

Detlev: Die Kultur bei IKEA ist sehr stark durch die Werte bestimmt. Diese finden ihren Ursprung in Schweden und prägen unser Miteinander, unsere Begegnungen mit Kund_innen, Bewerber_innen und Suppliern.

Was macht Leon und Chris zu Role Models bzw. warum sollten
genau ihre Perspektiven gehört und gesehen werden?

 

Detlev: Ich fand das Vorhaben, mal nicht die üblichen Gesichter aus den oberen Führungsetagen in den Fokus zu setzen, toll, sondern gerade die zu Wort kommen zu lassen, die im Unternehmen, auf queeren Messen oder anderen Veranstaltungen für die queere Gemeinschaft so viel leisten und bewirken. Leon und Chris sind hier zwei von vielen Kolleg_innen, die sich entweder lokal in einem IKEA Store oder als Mitglied in der Netzwerkleitung unseres queeren Mitarbeitenden-Netzwerks mit großer Leidenschaft einbringen.

Gibt es einen speziellen Moment (oder auch ein gemeinsames
Projekt/eine aktuelle Kooperation) mit ihnen, von dem Du
berichten möchtest?

 

Detlev: Chris hat fast im Alleingang den operativen Teil für unsere nationale Teilnahme an den CSDs in Berlin und Köln gestemmt und die Kolleg_innen auf den Trucks mitreißend für eine bunte und vielfältige Welt motiviert. Leon ist für seinen IKEA Store ein großer Treiber von Vielfalt und Inklusion und bringt dort ganz viele Ideen ein.

Was kannst Du als etablierter PROUT PERFORMER von Kolleg_innen lernen? Vielleicht gerade von jüngeren oder von solchen aus
völlig anderen Betätigungsfeldern? Wo macht es Sinn,
(noch enger) zusammenzuarbeiten?

 

Detlev: Wir lernen viel voneinander. Als Mittfünfziger und Schwuler habe ich andere Erfahrungen im Leben gemacht als Chris und Leon. Ihre queeren Erfahrungen sind breitflächiger und nicht nur auf das „G“ in LGBTQIA+ konzentriert. Da lerne ich immer wieder gerne dazu. Und natürlich stehen sie neun Stunden auf einem CSD-Truck noch viel entspannter durch als ich. Jede_r bringt sich hier mit ihren_seinen Möglichkeiten und Erfahrungen ein – ganz im Sinne von IKEA: „You do your part, we do our part, together we create a better world for the many people“.

Welchen Job macht Ihr aktuell bei IKEA und wie lange seid Ihr
schon im Unternehmen?

 

Christian: Insgesamt bin ich jetzt ziemlich genau 15 Jahre dabei. Seit Februar 2023 als IKEA for Business Country Specialist. In dieser Funktion arbeite ich eng mit unterschiedlichen Schnittstellen (z.B. Marketing oder Customer Fullfillment aber auch den lokalen Einrichtungsmärkten) zusammen und setze gemeinsam mit den Kolleg_innen die Geschäftsstrategie und Unternehmensziele um.

Leon: Auch ich feiere gerade ein kleines Jubiläum. Ich bin seit zwei Jahren mit an Bord. Ursprünglich habe ich Produktdesign studiert. Mittlerweile arbeite ich – quasi im Que(e)reinstieg – als Visual Merchandiser (Communication and Interior Design). Das heißt grob gesagt, ich bin mit dafür verantwortlich, dass IKEA aussieht wie IKEA.

„Als Mittfünfziger und Schwuler habe ich andere Erfahrungen im Leben gemacht als Chris und Leon. Ihre queeren Erfahrungen sind breitflächiger und nicht nur auf das „G“ in LGBTQIA+ konzentriert.“

Wie erlebt Ihr Queer-Sein bei der Arbeit? Ist das ein Thema, das im
Alltag Relevanz hat? Falls ja: In welchen
Zusammenhängen/Situationen?

 

Christian: Unser Arbeitsalltag ist bestimmt von Vielfalt und Werten. Ich habe vollen Rückhalt durch meine direkte Führungskraft und unsere Landesleitung. An Situationen kann ich es gar nicht festmachen, da es bei uns ganz normal ist, so zu sein, wie man sein möchte.

Leon: Tatsächlich ist das Thema für mich gar nicht so von Belang. Der Umgang miteinander ist locker und freundlich. Dass alle sich duzen, offen „Flagge zeigen“ und es eine offene Feedback-Kultur gibt, hilft sehr. Klar werden von Kolleg_innen immer mal wieder Fragen gestellt. Nicht übergriffig, sondern aus echtem Interesse. Aber dabei hat man dann ja auch die Möglichkeit, Educator zu sein – das finde ich total schön.

Gab/gibt es beim Thema „Out im Job“ Herausforderungen (generell/für Euch persönlich)? Wie meistert Ihr diese?

 

Christian: Ich bin von Anfang an offen mit dem Thema umgegangen und habe deshalb nie Ablehnung erfahren. Allerdings geht es scheinbar nicht allen Kolleg_innen so. Bei einer Infoveranstaltung für Allies haben fast 10% der Teilnehmenden auf die Frage „Würden deine Kolleg_innen positiv reagieren, wenn du ihnen deine_n (gleichgeschlechtliche_n) Partner_in vorstellen würdest?“ mit „Nein.“ geantwortet. Und die Hälfte hat Angst, dass sie deswegen ausgegrenzt oder verspottet würde. Das ist auf jeden Fall ein Zeichen, dass wir noch einiges an Aufklärungsarbeit vor uns haben.

Leon: Ich denke, für viele ist das innere Coming Out der schwierigste Teil. Bevor man nach außen geht, muss man zuerst selbst verstehen, dass man sich für Dinge nicht schämen braucht. Am Ende hat man den Schlüssel zum eigenen Käfig in vielen Fällen selbst in der Hand.

Wenn es eine Sache gäbe, die Ihr Euch in diesem Zusammenhang
wünschen dürftet, was wäre das?

 

Christian: Ich würde mir total wünschen, dass sich niemand wegen der eigenen Identität rechtfertigen oder schämen muss. Jede Person soll so leben, wie sie es möchte. Eigentlich würde ich mir auch wünschen, dass wir überhaupt nicht mehr über solche Themen reden müssen. Es sollte mittlerweile normal sein. Bis es das ist, werde ich auf jeden Fall weiter dafür kämpfen.

Leon: Jedes Coming Out hilft, mit Stereotypen zu brechen. Die Entscheidung dazu sollte natürlich bei jeder_jedem selbst liegen. Queerness ist ja super breit gefächert – ein Spektrum. Und viele Teile davon sind total unterrepräsentiert. Ich wünsche uns allen den Mut, dass wir uns frei auf diesem Spektrum bewegen und Veränderungen zulassen können.

„Queerness ist ja super breit gefächert – ein Spektrum. Und viele Teile davon sind total unterrepräsentiert. Ich wünsche uns allen den Mut, dass wir uns frei auf diesem Spektrum bewegen und Veränderungen zulassen können.“

Wie engagiert Ihr Euch bei IKEA für queere Belange? Worauf seid
Ihr dabei besonders stolz?

 

Christian: Ich bin mit vollem Herzblut in unserem Pride-Netzwerk aktiv und es macht mich sehr stolz zeigen zu dürfen, dass wir alle Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit respektieren und schätzen. Wir versuchen, Sichtbarkeit für unsere Themen zu schaffen und uns für mehr Toleranz und Verständnis im Umgang miteinander einzusetzen. Seitdem das Netzwerk von der Deutschland-Zentrale aus gesteuert wird, ziehen auch die Einrichtungshäuser vor Ort mehr und mehr nach und gründen lokale Diversity-Gruppen. Das ist eine tolle Entwicklung, die wir natürlich gerne unterstützen.

Leon: Da kann ich direkt einhaken. Nach meiner ersten Teilnahme am CSD wollte ich den Spirit unbedingt zurück mit nach Wuppertal nehmen und mich in einer Diversity-Gruppe vor Ort einbringen. Der Gedanke ist toll, aber die Umsetzung – sprich die Gründung und Organisation – ist gar nicht so einfach. Da hat uns das Netzwerk – allen voran Detlev – super unterstützt und hilfreiche Tipps gegeben. Ab dem nächsten Geschäftsjahr soll dann tatsächlich in jedem Store eine lokale Diversity-Gruppe fest verankert werden.

Gibt es eine spezielle Aktion/Projekt/Fortschritt, von dem Ihr
erzählen möchtet?

 

Christian: Worüber ich mich sehr freue, ist, dass wir unser Pride-Netzwerk letztes Jahr reaktiviert haben. Es finden wieder viel mehr Aktivitäten in unseren Units zum Thema Diversity am Arbeitsplatz statt und wir haben an den CSDs in Köln und Berlin teilgenommen. Es gab vor vielen Jahren schon einmal eine Pride-Gruppe, aber leider ist die Arbeit irgendwann „eingeschlafen“. Jetzt sind wir wieder da und lauter als je zuvor. Mit dem Start unseres neuen Geschäftsjahres im September bin ich Teil der Landesleitung unseres Pride-Netzwerks und habe bereits viele tolle Ideen, wie wir das Thema sichtbarer machen und auch unsere Kund_innen einbinden können.

Was ist im Job wichtig, damit queere (Netzwerk-)Arbeit
gelingen kann?

 

Christian: Das Mindset! Und der Support von unseren Units und Allies. Allein in Deutschland haben wir über 22.000 Mitarbeitende. Da ist es nicht möglich, dass nur fünf Personen in einer Pride-Netzwerkgruppe das Thema vorantreiben und sichtbar machen. Wir brauchen Verbündete, die uns Selbstbewusstsein geben und den Rücken stärken.

Leon: Viel Sprechen und echtes Interesse zeigen. Eine gute und umfassende Kommunikation ist das A und O. Damit erhöht sich für alle die Chance, wirklich Gehör zu finden.

Wie wichtig ist es, im Job „out“ zu sein? Ist das für alle
Kolleg_innen gleichermaßen möglich?

 

Leon: Jedes Coming Out – egal wo – macht die Welt zu einem besseren Ort, sorgt für mehr Sichtbarkeit und ist auch für einen selbst meist eine unglaublich große Befreiung. Ist das innere Coming Out erst einmal geschafft und entschließt man sich, das auch nach außen zu tragen, ist es natürlich super wichtig, dass auch das Arbeitsumfeld einen Safer Space für Diversität bietet.

Wie wichtig sind Vorbilder in diesem Zusammenhang?

 

Leon: Ich selbst hätte früher sehr von Vorbildern profitieren können. Tatsächlich schienen alle schon zu wissen, was mit mir los war, ehe ich es selbst wusste. Als Kind wurde ich deswegen immer wieder angefeindet. Mittlerweile ist meine Taktik maximale Transparenz. Je offener ich mit meiner Identität umgehe, desto weniger Angriffsfläche bietet das. Gleichzeitig bin ich auch sehr motiviert, Vorbild für andere zu sein und Menschen dadurch zu unterstützen. Das gibt mir viel zurück.

„Jedes Coming Out – egal wo – macht die Welt zu einem besseren Ort, sorgt für mehr Sichtbarkeit und ist auch für einen selbst meist eine unglaublich große Befreiung.“

Wer oder was hat Euch auf Eurem Weg bestärkt?

 

Christian: Bei der Frage sind mir gleich die Tränen in die Augen gestiegen, denn sie hat mich an mein Coming Out bei meiner Mutter und Großmutter erinnert. Meine Mutter hat ziemlich cool reagiert und mich gefragt, wann wir dann endlich mal zusammen shoppen gehen. Bei meiner Großmutter war es etwas schwieriger – sie stand dem Thema (damals) sehr konservativ gegenüber. Ich hatte Angst, es ihr zu erzählen und habe es auch viele Jahre verheimlicht. Irgendwann kam es dann durch einen dummen Zufall raus und ich habe mir daraufhin große Sorgen gemacht. Umso überraschter und erleichtert war ich, als ich es ihr endlich sagen konnte und sie auf der Couch saß, Socken strickte und sagte: „Du bist mein Enkel, das wirst du immer bleiben und ich liebe dich so, wie du bist.“ Von diesem Zeitpunkt an habe ich mich unglaublich stark gefühlt und hatte allen Rückhalt, den ich brauchte, um selbstbewusst meinen Weg zu gehen.

Thema Verbündetenschaft: Was macht gute Allies aus?

 

Leon: Gute Allies hören zu und unterstützen. Sie schauen nach innen und arbeiten an eigenen Vorurteilen. Generell ist es für Verbündete glaube ich sehr wichtig, lernwillig zu sein und zu versuchen, Einander zu verstehen – übrigens nicht nur im queeren Kontext. Meine besten Freund_innen sind beispielsweise PoC und erleben im Alltag leider immer wieder Beleidigungen und Diskriminierung. Wir alle finden es total schön, wenn sich eine andere Person für uns stark macht (auch beispielsweise, wenn wir selbst gerade nicht mit im Raum sind). Genauso schön ist es aber auch, wenn man dann etwas zurückgeben kann.

Seid Ihr auch außerhalb der Arbeit in queeren Kontexten
aktiv/engagiert?

 

Leon: Ich gehe im Alltag mit Freund_innen und Bekannten ins Gespräch. In meinem Designstudium habe ich eine Arbeit über binär-gegenderte Produktsprache geschrieben, die das bewusste Gendern von Konsumgütern dokumentiert, aufdeckt und kritisiert. Beispiele dazu gibt es von der Shampoo-Flasche, über Rasierer, Süßigkeiten, Teesorten usw. – eigentlich in jedem Bereich. Selbst Grillwürstchen und Schreibwaren waren von der Produktsprache eindeutig einem binären Geschlecht zugeschrieben und warben ausschließlich für ein einziges Geschlecht. Ich bin wirklich froh, dass IKEA sich bemüht, sich dahingehend neutral zu verhalten und davon absieht, Produkte nur für Männer ODER nur für Frauen zu führen. Auch spannend fand ich, dass ich an „Verqueerte Identitäten“ (einer Masterarbeit über die Erfahrungen von genderfluiden Menschen) mitwirken und dort meine Erfahrungen und Entwicklung als nicht-binäre Person teilen durfte.

Was sind Eure Pläne/Wünsche/Ziele für die Zukunft? Worauf freut Ihr Euch?

 

Christian: Ich freue mich auf die intensive Netzwerk-Arbeit. Ich habe den persönlichen Drang, mich mehr zu engagieren, insbesondere da gewisse Gruppierungen immer lauter werden. Wenn „Rechts“ lauter wird, müssen wir es auch werden. Mein Wunsch ist es, dass wir eines Tages in einer Gesellschaft leben, in der alle glücklich sind und einfach so sein können, wie sie sein wollen!

Leon: Ich wünsche mir noch mehr Sichtbarkeit im Store. Ich will mehr Perspektiven kennenlernen, mehr „Buntheit“ erleben und vor allem mehr über andere Communities erfahren, mit denen ich bisher weniger Berührungspunkte hatte. Denn genau so dürfen wir neu-, weiter- und umlernen.

Detlev, Christian und Leon, vielen Dank für das Gespräch!

Mehr über unser PROUT AMPLIFIER Projekt findet Ihr hier.

BUNDESFREIWILLIGENDIENST BEI PROUT AT WORK

„Ich bin stolz darauf, einen Teil dieses Weges an der Seite von PROUT AT WORK gegangen und gewachsen zu sein.“

Wer die Schule oder einen vorherigen Berufsweg verlässt, steht zunächst einmal vor einer Kreuzung. Welcher Weg bietet sich an? Der schon oft Begangene, der sicher Geteerte? Ein steiniger Aufstieg zum Gipfel? Und all diesen Entscheidungen voran steht die Frage nach Sinnhaftigkeit; ein leuchtendes „Warum?“, das die nächste Biegung bestimmt.

Warum Queer Diversity?

Wenn man mich vor zwei Jahren gefragt hätte, was ich nach der Schule machen möchte, hätte ich meine_n Gesprächspartner_in augenblicklich in eine Konversation über das englischsprachige Ausland verwickelt. Mindestens ein Jahr vor dem Studium wollte ich dort mit neuen Erfahrungen füllen, um dann den nächsten, damals noch so unklaren, Pfad einzuschlagen.

Jedoch hat sich dieser Wunsch mit der Entdeckung meiner eigenen Queerness geändert. Das Bedürfnis, mich für meine eigene Community zu engagieren, wuchs mit jedem Wahlergebnis, mit jeder Erfahrung eines Nicht-Gesehen-Werdens, mit jeder Statistik, mit jeder gelesenen Buchseite queerer Geschichte, mit Malte C., mit Brianna G., mit jeder Anfeindung jener Menschen, die zu meiner Familie geworden waren.

Inwiefern bereichert mich der Bundesfreiwilligendienst bei PROUT AT WORK?

Ein freiwilliges Jahr mit queerem Schwerpunkt war also die Abzweigung meiner Wahl:
Wie oft ich die Begriffe „FSJ/BFD“ und „LGBTQIA+“ in diverse Suchmaschinen eingetippt hatte, konnte ich bald nicht mehr zählen. Die Suche war ernüchternd, bis PROUT AT WORK am Ende der Seite auftauchte.

Und heute, ein Jahr und einen Bundesfreiwilligendienst später, blicke ich mit großer Dankbarkeit auf meine Zeit in der Stiftung zurück: Meine Kolleg_innen und ebenso der Vorstand sind mir von Anfang an auf Augenhöhe begegnet. Ich wurde stets als vollwertiges Mitglied dieses harmonischen und herzlichen Teams behandelt, in dessen Mitte meine eigenen Ideen und Ansichten nicht nur auf offene Ohren stießen, sondern ausdrücklich erwünscht waren.
Als Voraussetzung für dieses angenehme Klima sorgt zuallererst die nach außen getragene Leitlinie eines fairen und respektvollen Miteinanders, welche ebenso intern als Handlungsgrundsatz fungiert. Das hat mir gezeigt: Wer selbst in einem chancengerechten Umfeld arbeitet, kann anderen in diesem Themenbereich umso besser unter die Arme greifen.

Aus jeder meiner diversen Tätigkeiten für mehr queere Chancengleichheit konnte ich etwas für mich mitnehmen: Egal, ob beim Erstellen von Social Media Postings, bei der Überarbeitung der Website, beim Schreiben des Newsletters, bei Recherche- und Bürotätigkeiten oder bei der Teilnahme an Events.

Vor allem bei den zuletzt genannten Veranstaltungen habe ich mich wiederholt bei dem Gedanken ertappt, dass PROUT AT WORK mir als Bundesfreiwilligendienstlerin deutlich mehr ermöglicht hat, als ich es jemals erwartet hätte. So hätte ich vor einem Jahr nicht geglaubt, dass mein BFD mich einmal in Räume mit den wichtigsten queeren Persönlichkeiten Münchens, auf eine Dachterrasse mit Blick auf das nächtliche Berlin oder auf den roten Teppich der stiftungseigenen Spendengala führen würde.

Mein Fazit:

Die Arbeitswelt, welche PROUT AT WORK mit ihrer Stiftungsarbeit abdeckt, erscheint mir bis zum heutigen Tag als einer der wichtigsten Einflussbereiche für mehr queere Sichtbarkeit. Wo sollen wir ansetzen, wenn nicht an jenem Ort, der für die meisten Menschen einen Großteil ihres Alltags ausmacht? So betrachtet ist jedes Unternehmen für sich eine Gesellschaft im Kleinen: Genau hier können wir das Fundament für jene Maßstäbe legen, die wir auf gesamtgesellschaftlicher Ebene erreichen wollen.

Aus dieser Überzeugung heraus war es mir eine Freude, die Stiftung und ihre Unterstützer_innen ein Jahr lang beim Wachsen zu begleiten.

Für eine queer-zentrierte Stiftung wie PROUT AT WORK war der Weg bis hierhin nicht immer leicht und wird vermutlich weiterhin von kräftezehrenden Anstiegen geprägt sein. Doch das Team der Stiftung ist mit Herzblut dabei, egal wie viele Herausforderungen sie manchmal überwinden müssen. Zuletzt bleibt nur Eines zu sagen:

Ich bin stolz darauf, einen Teil dieses Weges an der Seite von PROUT AT WORK gegangen und gewachsen zu sein.

Am 13. und 14. September 2024 öffnete das Schloss Bellevue in Berlin im Rahmen des Bürgerfests des Bundespräsidenten seine Türen. Am Freitag, den 13. September, fand ein Fest zu Ehren von rund 4.000 Bürger_innen statt, die sich in außergewöhnlicher Weise ehrenamtlich engagieren. Am Samstag, den 14. September, hieß der Bundespräsident am Tag des offenen Schlosses alle interessierten Bürger_innen an seinem Amtssitz willkommen.

Unter dem Motto „Pamoja – gemeinsam stärker“ bot die Veranstaltung ein vielseitiges Programm mit Musik, Diskussionen und Aktionen von 50 Organisationen, Initiativen und Unternehmen, die sich für gesellschaftliche Themen wie Inklusion, Umwelt- und Katastrophenschutz, Bildung und queere Vielfalt engagieren. Zu den Aussteller_innen gehörten unter anderem die Bertelsmann Stiftung, Save the Children Deutschland e.V. sowie YouTube. „Pamoja“ ist Swahili und bedeutet „zusammen“.

Partnerbundesland des Bürgerfests war in diesem Jahr Niedersachsen. Internationales Partnerland des Festes war zum ersten Mal ein außereuropäisches Land: die Republik Kenia, deren Präsident William Ruto am Bürgerfest teilnahm.

Auch PROUT AT WORK war gemeinsam mit dem TÜV Nord mit einem Stand vertreten. Gemeinsam präsentierten wir unser Engagement für ein offenes und wertschätzendes Arbeitsumfeld für queere Menschen.

Enabling Safer Spaces

Unter dem Motto „Enabling Safer Spaces“ luden wir die Besucher_innen dazu ein, sich aktiv mit folgenden Fragen auseinanderzusetzen:

  • Was kann ich selbst an meinem Arbeitsplatz tun, damit sich queere Menschen wohlfühlen?
  • Was können Organisationen tun, um queere Mitarbeiter_innen in ihrem Arbeitsalltag zu unterstützen?

In einer interaktiven Mitmachaktion, basierend auf unserem Rainbow Chat Deck, stellten wir den Gäst_innen spannende Fragen zu Themen wie Sichtbarkeit, Vorbilder, Zahlen & Fakten, Arbeitsplatzgestaltung und Identität. Mithilfe eines Glücksrads wurden die Fragen zufällig ausgewählt, was zu lebhaften Diskussionen, Reflexionen und einem inspirierenden Austausch führte.

Highlight: Bundespräsident Steinmeier zu Besuch

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an unserem Stand. Wir hatten die Ehre, ihm unsere Arbeit vorzustellen und mit ihm über die Bedeutung queerer Vielfalt am Arbeitsplatz zu sprechen. Sein Interesse und die Unterstützung für unser Anliegen haben uns tief beeindruckt und motivieren uns, unsere Mission weiter voranzutreiben.

Ein Dankeschön an alle Beteiligten

Unser herzlicher Dank gilt dem TÜV Nord, der uns die Teilnahme an dieser großartigen Veranstaltung ermöglicht hat, sowie allen Besucher_innen, die sich informiert haben und mit uns ins Gespräch gekommen sind. Ihre Neugier und Offenheit haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig unser Engagement für eine vielfältige Arbeitswelt ist.

Gemeinsam stärker – auch im Arbeitsumfeld

Das Bürgerfest im Schloss Bellevue hat uns nicht nur die Möglichkeit gegeben, unsere Arbeit einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, sondern auch gezeigt, wie groß das Interesse an Themen wie queerer Vielfalt ist. Mit unserer Arbeit können wir weiterhin dazu beitragen, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Menschen willkommen sind – unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität.

Weitere Informationen zum Bürgerfest unter https://www.bundespraesident.de/DE/buergerfest/buergerfest_node.html.  

Impressionen von der Veranstaltung

Copyright Fotos: Holger Hütte

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Sander van’t Noordende

„Insbesondere Senior Leaders und CEOs müssen aufstehen und ihre Unterstützung zeigen, denn sie stehen im Fokus des Unternehmens und nehmen eine Vorbildfunktion ein.“

Queere Chancengleichheit ist auch 2024 – und insbesondere in Zeiten, in denen ein Anstieg an queerfeindlichen Aktvitäten zu beobachten ist – weiterhin ein wichtiges Thema. Wichtig für Individuen, die so immer mehr Freiheiten gewinnen, ihr authentisches Ich auch am Arbeitsplatz zu leben, und ebenso wichtig für Unternehmen, die ihren Mitarbeiter_innen ein wertschätzendes Umfeld bieten.

Auch Albert Kehrer, Vorstandsvorsitzender von PROUT AT WORK, betont in seiner Eröffnungsrede, warum Queer Diversity am Arbeitsplatz so wichtig ist: „Queere Vielfalt gilt als ein Indikator für eine offene
und integrative Unternehmenskultur.“

Beim 7. DINNER BEYOND BUSINESS der PROUT AT WORK-Foundation stand das Engagement von Unternehmen und Führungskräften für queere Beschäftigte im Fokus: „In Zeiten, in denen Hass, Hetze und Kriminalität gegen queere Menschen wieder zunehmen, steht IKEA als Ally und starker Unterstützer auf. Wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik bei Übergriffen auf queere Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Es freut mich und ich bin stolz, dass viele Menschen aus der queeren Community ihre berufliche Heimat bei IKEA finden“, sagt Walter Kadnar, Country Retail Manager & CSO IKEA Deutschland.

Fireside Chat über Vorbilder und Coming Out am Arbeitsplatz

Der Einladung zum DINNER BEYOND BUSINESS 2024 folgten über 50 Senior Executives bedeutender Wirtschaftsunternehmen und -Institutionen, darunter Vertreter_innen von Accenture, Boehringer Ingelheim, Commerzbank, congstar, Disney, Ergo, Infineon, KPMG, Novelis, Oracle, OTTO, PwC und Siemens. In der IKEA-Zentrale in Hofheim am Taunus genossen die Teilnehmer_innen des hochkarätigen Networking-Events ein exklusives Dinner. Albert Kehrer erläuterte die Hintergründe des DINNER BEYOND BUSINESS in seiner Begrüßungsrede: „Hinter einer Führungskraft steht immer auch eine persönliche Geschichte, die sich auf die Leistung am Arbeitsplatz auswirkt. Deshalb haben wir zum DINNER BEYOND BUSINESS 2024 eingeladen, um mehr über die queere Seite der Wirtschaft zu erfahren. Die Unterstützung queerer Menschen am Arbeitsplatz ist viel mehr als nur die Unterstützung einer marginalisierten Gruppe.“ Höhepunkt des Abends war der Fireside Chat von Albert Kehrer gemeinsam mit Sander van‘t Noordende, CEO von Randstad, über Vorbilder, Coming Out am Arbeitsplatz und Allyship.

„Für uns bei Randstad ist es unser höchstes Ziel, dass sich jede_r am Arbeitsplatz wohl fühlt.“

Sander van‘t Noordende ist seit März 2022 Chief Executive Officer und Vorsitzender des Vorstands bei Randstad und einer der einzigen offen schwulen CEOs unter den Fortune 500. Sander verbrachte den größten Teil seiner Karriere bei Accenture, wo er eine Reihe von Führungspositionen innehatte. Während seiner erfolgreichen drei Jahrzehnte bei Accenture war er unter anderem als Group Chief Executive der Products Operating Group tätig. Sander setzt sich bei internationalen Veranstaltungen für die Bedeutung von DEI&B am Arbeitsplatz ein, unter anderem auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos mit Diskussionen über Inclusion und die Rechte queerer Menschen.

„Alle Beschäftigten sollen dieselben Chancen haben – das heißt aber auch, dass wir unsere Prozesse und die unserer Kund_innen entsprechend organisieren müssen.“

Zu Beginn des Fireside Chats teilte Sander van‘t Noordende private Einblicke als Out-Executive: „Ich komme aus einer sehr diversen Familie: Ich habe zwei schwule Onkel und zwei lesbische Tanten, was für mich schon immer das Normalste auf der Welt war. Aber eine diverse Familie heißt nicht automatisch, dass es einfach ist, sich als schwul zu outen.“ Sein Vorbild sei stets sein schwuler Onkel gewesen, der ihm gezeigt habe, dass man auch als schwuler Mann erfolgreich im Job sein kann. „Für uns bei Randstad ist es unser höchstes Ziel, dass sich jede_r am Arbeitsplatz wohl fühlt. Alle Beschäftigten sollen dieselben Chancen haben – das heißt aber auch, dass wir unsere Prozesse und die unserer Kund_innen entsprechend organisieren müssen.“ Er sei zudem davon überzeugt, dass sich Unternehmen zu bestimmten Themen positionieren müssen: „Insbesondere Senior Leaders und CEOs müssen aufstehen und ihre Unterstützung zeigen, denn sie stehen im Fokus des Unternehmens und nehmen eine Vorbildfunktion ein.“

aufzeichnung des talks mit sander van’t noordende